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Was ist BORIS und wie nutzt man es?

16 februari 2026 · 5 Min. Lesezeit

Was ist BORIS und wie nutzt man es?

Wer den Wert eines Grundstücks besser verstehen möchte, stößt schnell auf BORIS. Die Abkürzung steht für ein Online-Informationssystem, über das sich Bodenrichtwerte in vielen Bundesländern bequem abrufen lassen. Gerade für Eigentümer, Kaufinteressenten und Menschen, die sich mit der Grundsteuer befassen, ist BORIS eine wichtige Orientierung. Wichtig ist dabei: Ein Bodenrichtwert ist ein zonaler Durchschnittswert und ersetzt kein individuelles Gutachten.

Was bedeutet BORIS?

BORIS ist kein einzelnes bundesweit einheitliches Portal, sondern die Bezeichnung für die Bodenrichtwertinformationssysteme der Gutachterausschüsse. Je nach Bundesland können die Oberflächen und Funktionen leicht unterschiedlich aussehen. Das Ziel ist jedoch immer gleich: Bodenrichtwerte transparent und öffentlich zugänglich zu machen.

Ein Bodenrichtwert beschreibt den durchschnittlichen Wert des Bodens in einer abgegrenzten Zone. Er wird aus Kaufpreisen abgeleitet, die in der jeweiligen Region tatsächlich beobachtet wurden. Dabei geht es nicht um ein konkretes Grundstück mit allen individuellen Eigenschaften, sondern um einen Orientierungswert für eine Lage. Genau deshalb ist BORIS so hilfreich, wenn Sie eine erste Einordnung suchen. Mehr Grundlagen zum Begriff finden Sie auch unter /was-ist-ein-bodenrichtwert.

Wofür nutzt man BORIS?

BORIS wird vor allem genutzt, um Bodenrichtwerte zu recherchieren. Das ist sinnvoll, wenn Sie ein Grundstück kaufen oder verkaufen möchten, eine erste Einschätzung zum Verkehrswert brauchen oder Ihre Unterlagen für die Grundsteuer prüfen möchten. Auch bei Erbschaften, Scheidungen oder Vermögensübersichten spielt die Orientierung am Bodenrichtwert oft eine Rolle.

Besonders praktisch ist BORIS, weil Sie damit nicht auf pauschale Schätzungen angewiesen sind. Stattdessen erhalten Sie einen offiziellen Wert aus der jeweiligen Region. Dennoch sollten Sie den Wert nicht isoliert betrachten. Größe, Zuschnitt, Erschließung, Bebaubarkeit und besondere Lageeigenschaften können den tatsächlichen Grundstückswert deutlich beeinflussen. Wenn Sie den Wert Ihres Grundstücks insgesamt besser verstehen möchten, kann Ihnen auch unser Rechner unter /grundstueckswert-berechnen als erster Schritt dienen.

Wie findet man einen Bodenrichtwert in BORIS?

Die Nutzung von BORIS ist in der Regel unkompliziert. Sie wählen zunächst das Bundesland aus, in dem sich das Grundstück befindet. Anschließend navigieren Sie meist über Karte, Adresse, Gemarkung oder Flurstück zur gewünschten Lage. In vielen Systemen können Sie die Karte zoomen, bis die Bodenrichtwertzone sichtbar wird. Dort wird dann der zugehörige Richtwert angezeigt.

Je nach Bundesland stehen zusätzlich Informationen zur Verfügung, etwa zum Entwicklungszustand, zur Nutzungsart oder zu besonderen Merkmalen der Zone. Diese Angaben sind wichtig, weil sie zeigen, für welche Art von Grundstück der Bodenrichtwert gedacht ist. Achten Sie daher immer darauf, ob der angezeigte Wert wirklich zu Ihrem Grundstück passt. Eine zentrale Einstiegshilfe bietet Ihnen unsere /karte, wenn Sie die Suche nach Bundesland und Region vorbereiten möchten.

Was sollte man bei der Interpretation beachten?

Der häufigste Fehler bei BORIS ist, den Bodenrichtwert als exakten Marktpreis zu verstehen. Das ist er nicht. Er ist ein Durchschnittswert für eine bestimmte Lage und einen bestimmten Stichtag. Individuelle Besonderheiten Ihres Grundstücks bleiben dabei außen vor. Dazu zählen zum Beispiel ein ungewöhnlicher Schnitt, Belastungen im Grundbuch, fehlende Erschließung oder eine besonders gute Mikrolage.

Auch zeitliche Unterschiede spielen eine Rolle. Bodenrichtwerte werden zu Stichtagen ermittelt und in regelmäßigen Abständen angepasst. Ein angezeigter Wert ist also immer eine Momentaufnahme. Für eine fundierte Bewertung kann je nach Anlass ein Sachverständigengutachten erforderlich sein. BORIS ist deshalb vor allem ein Informationswerkzeug, nicht die abschließende Wertermittlung.

  • Bodenrichtwerte gelten für Zonen, nicht für jedes einzelne Grundstück.
  • Die Angaben sind nur ein Orientierungspunkt und keine verbindliche Einzelauskunft.
  • Für Kauf, Verkauf und Steuerfragen sollten weitere Merkmale mit betrachtet werden.
  • Die Darstellung und Suche können je nach Bundesland unterschiedlich sein.

Welche Rolle spielt BORIS bei der Grundsteuer?

Auch bei der Grundsteuer ist BORIS für viele Eigentümer relevant, weil dort häufig die Bodenrichtwerte als Orientierung herangezogen werden. Je nach Bewertungsverfahren und Bundesland kann der Bodenrichtwert ein wichtiger Baustein in den Steuerunterlagen sein. Für die Einordnung von Angaben in der Erklärung ist es daher sinnvoll, den richtigen Wert und die richtige Bodenrichtwertzone zu prüfen.

Wer sich mit der Grundsteuer beschäftigt, sollte aber wissen: Der Bodenrichtwert ist nur ein Teil der Betrachtung. Für die Steuerberechnung sind weitere Faktoren entscheidend, die sich je nach Bundesland und Verfahren unterscheiden können. Einen kompakten Überblick dazu finden Sie unter /bodenrichtwert-grundsteuer. Wenn Sie zusätzlich Ihr Bundesland auswählen möchten, hilft Ihnen auch /bundesland weiter.

Praktische Tipps für die Nutzung von BORIS

Damit Sie BORIS sinnvoll nutzen, sollten Sie immer mit den korrekten Grundstücksdaten arbeiten. Prüfen Sie zuerst die genaue Lage, die Gemarkung und wenn möglich das Flurstück. Vergleichen Sie anschließend den angezeigten Bodenrichtwert mit den Eigenschaften Ihres Grundstücks. Stimmen Nutzungsart und Lagezone überein, ist die Information deutlich belastbarer.

Wenn Sie unsicher sind, ob Sie den richtigen Wert gefunden haben, lohnt sich der Abgleich mit weiteren Unterlagen oder mit den Angaben des zuständigen Gutachterausschusses. Besonders bei großen Vermögenswerten oder bei rechtlich wichtigen Anlässen ist es sinnvoll, eine zusätzliche fachliche Bewertung einzuholen. BORIS ist dann ein guter Startpunkt, aber nicht der letzte Schritt.

Häufige Fragen

Ist BORIS in allen Bundesländern gleich aufgebaut?

Nein, die Systeme können sich je nach Bundesland unterscheiden. Die Grundidee ist jedoch überall ähnlich: Bodenrichtwerte werden online bereitgestellt und können über Karte oder Suche abgerufen werden.

Kann ich mit BORIS den exakten Wert meines Grundstücks ermitteln?

Nein, BORIS zeigt Bodenrichtwerte und damit Durchschnittswerte für Zonen. Der tatsächliche Grundstückswert hängt zusätzlich von vielen individuellen Merkmalen ab und kann davon abweichen.

Ist BORIS auch für Laien verständlich?

Ja, grundsätzlich schon. Wenn Sie die Lage Ihres Grundstücks kennen, lässt sich der passende Bodenrichtwert meist gut finden. Für die richtige Einordnung sollten Sie aber immer beachten, dass es sich um einen Orientierungswert handelt.

Wie hoch ist der Bodenrichtwert an Ihrer Adresse?

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